Bricolage ist als Allegorie des Denkens zu verstehen. Denkprozesse (Nachdenken, Ausdenken, Zerdenken, uvm.) werden metaphorisch erschlossen.
Anhand des Themas der Bewegung wird im Film die Beschaffenheit von „Gedankengängen“ visualisiert - Gedanken können sich im Kreis drehen, fortschreiten, stagnieren. Mal ähneln sie verschlungenen Pfaden und mal verlaufen sie ganz klar. Gedanken können uns beruhigen oder verfolgen, man kann sie zum Schweigen bringen wollen oder sie können einen sprachlos machen. Sie erfreuen, beflügeln, blenden und beängstigen. Insgesamt ist das Entwicklungspotential von Gedanken sowie des Lebens an sich unerschöpflich.
Selbst der Essayfilm Bricolage ist im Prinzip ein Gedanke, entstanden in den Köpfen der Filmemacherinnen, der dann immer differenzierter weiterverfolgt wurde. Aus dieser Feststellung resultieren die Sequenzen, in denen mit Fotos die Montage des Films illustriert wird. Diese Szenen zeugen von dem tatsächlichen Entstehungsprozess des Films. Diese selbstreferentielle Metaebene bricht bewusst mit der Fiktion - der Zuschauer tritt einen Schritt zurück und kann in den Sequenzen den Film, noch vor seinem Ende, als Ganzes betrachten. Jedes Bild und im übertragenen Sinne jeder Gedanke ist pars pro toto Teil eines großen Gesamtzusammenhangs. Das Genre des Essayfilms ermöglicht uns ein Projekt zu schaffen, das in Form und Inhalt korreliert. Gleichzeitig veranschaulichen auch die Bilder der Metaebene die Beschaffenheit von Gedanken, sie stehen für ihren Fragmentcharakter, ihre Vernetztheit und Vielschichtigkeit oder auch die potentielle Fernsteuerung von Gedanken.