Der Dreh

Die Dreharbeiten fanden größtenteils in einer heißen August-Woche im vergangenen Jahr 2011 statt. Aufgrund des nicht vorhandenen Budgets haben wir als Filmemacherinnen versucht Locations rund um Tübingen ausfindig zu machen, die visuell ausdrucksstark sowie variabel einsetzbar sind. Die reale Welt der Protagonistin sollte statisch wirken, weshalb wir uns dazu entschieden haben all jene Einstellungen vom Stativ zu drehen. Die Gedankenwelt dagegen sollte einerseits rastlos, bewegt, mal federleicht, mal zentnerschwer wirken und andererseits wollten wir für diese Sequenzen eine dichte farbliche Präsenz erreichen. Aus diesem Grund haben wir hier mit einer Digitalen Spiegelreflexkamera und einem Shoulder Mount gearbeitet.

Die erste Drehphase haben wir als Team mit Unterstützung von Simone Rieger als Regieassistentin in einer schönen Tübinger Altbauwohnung in der Innenstadt verbracht. Dort haben wir die Szenen des "realen Lebens" der Protagonistin gedreht, unter anderem wie sie in ihrem Zimmer nachdenkt, wie sie am Fenster raucht, wie sie rastlos auf- und abgeht, aber auch wie sie vor dem Kühlschrank sitzt und Essen in sich stopft oder sich unter der Dusche von den Gedanken zu befreien versucht.

Die surreale Welt der Gedanken der Protagonistin haben wir visuell in der Natur umgesetzt. Viele Szenen haben wir aus diesem Grund bei Sonnenschein sowie bei Regen, Sturm und Gewitter in unterschiedlichen Waldstücken rund um Tübingen, einem Maisfeld, dem Natursteinepark von Tübingen und im Tübinger Bismarckturm gedreht.

Die Szenen am See sind am Kirchentellinsfurter Baggersee entstanden. Eine Herausforderung ergab sich hier für uns aufgrund des Tons. Da uns das Mikro der DSLR während der Dreharbeiten kaputt gegangen war, mussten wir hier den Ton extern mithilfe von Simone Rieger als Tonassistentin angeln.

Etwas Besonderes war für uns der Drehtag mit dem Königspython und der Kornnatter. Janina Stanka, Schlangenzüchterin aus Tübingen, hat uns für diese Szene ihre und die Schlange ihrer Schwester Jeanette Stanka zur Verfügung gestellt und die Tiere beim Dreh betreut.

Der große Abschluss der Drehphase fand wieder am Kirchentellinsfurter Baggersee im September 2011 statt. Zuerst hatten wir versucht das Schlussbild des Films im Neckar zu drehen. Die starke Strömung machte das Unterfangen leider unmöglich. Mit der Strömung hatten wir am See dann weniger Probleme als mit einer Algenplage, die den Dreh immer wieder verschoben hat. Obwohl die Außen-, als auch die Wassertemperatur Ende September nicht mehr sonderlich angenehm waren, haben unsere Statisten tapfer durchgehalten.